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JĂ€mlitz
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JĂ€mlitz (niedersorbisch Jemjelica) ist ein Dorf in der brandenburgischen Gemeinde JĂ€mlitz-Klein DĂŒben im Landkreis Spree-NeiĂe rund fĂŒnf Kilometer nordwestlich der sĂ€chsischen Parkstadt Bad Muskau.
Contents
âą Geographie
âą Geschichte
âą Ortsname
âą Literatur
âą FuĂnoten
âą Weblinks
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Geographie
Die Ortschaft JĂ€mlitz liegt zentral im sĂŒdöstlichen Teil der Gemeinde. Im Westen liegt Klein DĂŒben, im Norden schlieĂt sich unmittelbar Zschorno mit einem weitlĂ€ufigen Waldgebiet an. Ebenfalls westlich von JĂ€mlitz und nördlich von Klein DĂŒben liegt Tschernitz, östlich von JĂ€mlitz liegt Köbeln, die nördlichste Ortschaft Ostsachsens, im SĂŒdosten liegt Bad Muskau. SĂŒdlich von JĂ€mlitz liegt, nur rund ein Kilometer westlich des Ortsteils JĂ€mlitz-HĂŒtte, der Gablenzer Ortsteil Wossinka.
Vom Westen aus verlĂ€uft die BundesstraĂe 156 durch das westlich benachbarte Tschernitz und vereinigt sich mit der vom Norden kommenden und Tschernitz tangierenden BundesstraĂe 115. Die beiden BundesstraĂen verlaufen dann in östlicher Richtung durch die Ausbauten Lug, umgehen JĂ€mlitz im SĂŒdwesten und verlaufen in sĂŒdöstlicher Richtung nach Krauschwitz, wo sie sich wieder trennen.
Die nĂ€chstgröĂeren StĂ€dte mit einem Bahnhof sind Spremberg im Westen und WeiĂwasser im SĂŒden.
Historisch gesehen ist JĂ€mlitz eine schlesische Exklave, die auf der Grenze zwischen den MarkgraftĂŒmern Niederlausitz und Oberlausitz liegt. Durch preuĂische VerwaltungsverĂ€nderungen in der ersten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts kann JĂ€mlitz als Ort der Niederlausitz angesehen werden.
Geschichte
Die ErsterwÀhnung des Vasallenguts JÀmlitz datiert auf das Jahr 1302. Das Dorf wurde urkundlich erstmals 1564 erwÀhnt.
Wie beim Nachbardorf Klein DĂŒben ist auch bei JĂ€mlitz anzunehmen, dass sein Besitzer im 14. Jahrhundert Lehnsschutz bei den Herren von Hackenborn auf Triebel und Priebus suchte. Auf diesem Wege wurde JĂ€mlitz ein Vasallengut, das beim erblosen Tod seines Besitzers von der Herrschaft neu verlehnt werden konnte. Als die Herren von Hackenborn Triebel verkauften, blieb JĂ€mlitz zusammen mit dem sĂŒdwestlich liegenden Dorf Kromlau und Tschernitz bei der Priebusser Herrschaft, wĂ€hrend Klein DĂŒben mit Triebel verkauft wurde. So gelangte JĂ€mlitz 1414 beim Verkauf der Herrschaft Priebus an die Herrschaft Sagan.
Um 1500 waren die Herren von Berge Besitzer von JĂ€mlitz und Tschernitz. Valentin von Berge verkaufte Tschernitz 1577 an Joachim von Briesen, der in nĂ€herer Verwandtschaft zum Vorgenannten stand. Durch Lehnseintragung mehrerer BrĂŒder bestand JĂ€mlitz aus zwei Anteilen, als Valentin von Berge 1583 hoch verschuldet starb. Um die Schulden zu begleichen, wurde Valentins Anteil 1584 an die Herren von Horn auf Klein DĂŒben verkauft. Durch die Ehe eines Herrn von Horn mit der Witwe Valentins wurde es den Söhnen des Letztgenannten ermöglicht, bei Erlangung von Geld ihr Erbe zurĂŒckzuerwerben. Heinrich von Berge nutzte dieses Recht und erwarb 1595 den Hornschen und 1600 den Briesenschen Anteil von JĂ€mlitz. Als er 1629 starb, hatte er einige Schulden angehĂ€uft, die sein Sohn mit dem Lehen ĂŒbernahm. Zum Teil durch den anhaltenden DreiĂigjĂ€hrigen Krieg (1618â1648) konnte er sie nicht sofort begleichen. Als er 1644 starb, hinterlieĂ er drei unmĂŒndige Söhne, die zeitgemÀà in fremden Diensten standen, wĂ€hrenddessen sich ihr MĂŒndel um JĂ€mlitz kĂŒmmerte. Da die GebrĂŒder von Berge so gut wie nie auf JĂ€mlitz waren, kam in Sagan bereits der Wille auf, ihnen das Lehnsrecht abzusprechen. Dies konnten sie einige Jahre lang verhindern.
Als Kurt Reinicke von Callenberg, Standesherr auf Muskau, durch eine Schuldforderung an einen Dritten im Februar 1656 eine Schuldforderung an das Gut JĂ€mlitz ĂŒberschrieben bekam, kĂŒndigte er diese Schuld bereits im Mai des gleichen Jahres. Als er keine Antwort erhielt, wandte er sich an die Regierung zu Sagan. Diese forderte die Bergschen zur Zahlung innerhalb der Monatsfrist auf, erhielt aber als Antwort, dass die Zahlung nicht möglich sei, da JĂ€mlitz im Konkurs wĂ€re. Nach lĂ€ngerem Hin und Her einigten sich alle GlĂ€ubiger darauf, dass Callenberg JĂ€mlitz fĂŒr 3300 Taler, rund 1800 Taler unter Wert, erwerben solle.
Auf diese Weise kam JĂ€mlitz 1658 an die Standesherrschaft Muskau und sollte bei ihr bis zur Auflösung 1945 verbleiben. Die herrschaftlichen GutsgebĂ€ude waren in einem schlechten Zustand und 9 der 15 Wirtschaften lagen wĂŒst. Zudem zog sich die BestĂ€tigung des Kaufs sowie die Ăbertragung des Lehens ins Erbe bis 1670 hin.
Nach dem Tod Callenbergs im Jahr 1672 hielt sich sein Sohn Kurt Reinicke II. von Callenberg mit der ausstehenden Zahlung der mit dem Kauf von JĂ€mlitz ĂŒbernommenen Schulden zurĂŒck. Noch immer waren einige Teile der Standesherrschaft nicht von den Kriegslasten befreit, so dass die Einnahmen von den Ausgaben aufgefressen wurden. Er bot daher JĂ€mlitz zum Kauf an, jedoch wollte keiner der GlĂ€ubiger das Gut ĂŒbernehmen. Durch einen 1686 getĂ€tigten Tausch zwischen Callenberg und seiner Frau kamen JĂ€mlitz und die weiteren Saganer GĂŒter Merzdorf und Neudorf formell an sie. Da die Herrschaft Sagan und Callenberg im Streit lagen, wurde dieser Vertrag ignoriert und am 16. MĂ€rz 1689 Callenberg all seiner GĂŒter im Priebussischen Kreise fĂŒr verlustig erklĂ€rt. EinsprĂŒche seiner Frau wurden nicht anerkannt, die Beschlussumsetzung jedoch auch aufgeschoben.
Erst Johann Alexander, Graf von Callenberg wurde 1723 wieder mit diesem Beschluss konfrontiert. Die Saganer Herrschaft machte ihre AnsprĂŒche in der Folge immer krĂ€ftiger geltend. Im Juni 1725 zogen der Saganer Regierungsrat Hackenthal und rund 200 bewaffnete Begleiter nach JĂ€mlitz und besetzten das Gut. Graf von Callenberg war zu dieser Zeit auĂer Landes und der Protest seiner Vertreter wurde vom Regierungsrat nicht erhört. Nach einer Bitte an den Kaiser um KlĂ€rung des Falles wies er die Saganer Herrschaft an, bis zum Abschluss der Angelegenheit das Gut JĂ€mlitz freizugeben. Letztlich blieben JĂ€mlitz und die beiden weiteren GĂŒter bei der Standesherrschaft Muskau und der Standesherr leistete seine Pflichten gegenĂŒber dem Herzogtum Sagan.
Die SchĂ€nke auf dem herrschaftlichen Dominium wurde 1759 durch einen Neubau an der StraĂe von Muskau nach Zschorno (ZollstraĂe zwischen Sachsen und Schlesien) ersetzt. (Heute trĂ€gt dieser Gemeindeteil den Namen Alte SchĂ€nke.) Nicht immer hielten sich die pachtenden Wirte in den folgenden Jahrzehnten an die Pflicht, nur herrschaftlich Muskauer Bier auszuschenken. Wenn sie mit fremdem Bier erwischt wurden, war die Strafe entsprechend hoch.
WĂ€hrend der Befreiungskriege hatte die Region 1812 und 1813 enorm unter TruppendurchmĂ€rschen, Einquartierungen, PlĂŒnderungen und Epidemien zu leiden. Problematisch fĂŒr das Kirchspiel Gablenz war, dass JĂ€mlitz und Kromlau zu PreuĂen gehörten, wĂ€hrend Gablenz und Klein DĂŒben im verfeindeten Königreich Sachsen lagen. Pfarrer Peter Friedrich Halke (1761â1833) notierte am 25. MĂ€rz 1813: âDie JĂ€mlitzer und Kromlauer, weil es ihnen von ihrer Seite verboten worden war, gingen nicht mehr nach Gablenz in die Kirche.â FĂŒr sie predigte er in der JĂ€mlitzer Gesindestube. Auch den Kindern war der Schulbesuch in Gablenz verboten worden.
Nachdem Sachsen nach dem Wiener Kongress 1815 die Niederlausitz und den nordöstlichen Teil der Oberlausitz an PreuĂen abtreten musste, wurde durch eine preuĂische Verwaltungsreform Äer Hauptteil der Standesherrschaft Muskau dem schlesischen Landkreis Rothenburg (Ob. Laus.) zugeordnet. Mit RĂŒcksicht auf die Standesherrschaft wurden die Muskauer Vasallendörfer zwischen Triebel und Priebus als Exklaven ebenfalls dem Rothenburger Kreis zugeordnet. JĂ€mlitz hingegen kam an den brandenburgischen Landkreis Sorau (Lausitz), obwohl sich Hermann von PĂŒckler-Muskau bemĂŒhte, dass die Gemeinde ebenfalls in den Rothenburger Kreis eingegliedert wird. Auch diesbezĂŒgliche Anfragen durch ihn an den preuĂischen König blieben vergebens.
Zur besseren Holznutzung der Standesherrschaft wurde 1815 der Bau einer GlashĂŒtte angedacht. Nach einer Standortsuche fiel die Wahl im Juni auf JĂ€mlitz. PĂŒckler lieĂ die GlashĂŒtte und dazugehörige WohnhĂ€user etwas sĂŒdlich des Dorfes im Gutsbezirk JĂ€mlitz bauen. Der Standort erwies sich bereits nach kurzer Zeit als ungĂŒnstig, da JĂ€mlitz-HĂŒtte schwer zu erreichen war und es in OrtsnĂ€he an Holz mangelte. Schon 1821 dachte PĂŒckler an den Verkauf der HĂŒtte, fand aber keinen KĂ€ufer. Auch an einen Neubau andernorts dachte er 1829, jedoch wurde auch diese Idee fallen gelassen und der Komplex sogar noch erweitert. 1847 wurde eine Schenke und 1851 eine Hafenstube gebaut.
Durch den 1847 erfolgten Bau der Chaussee MuskauâSpremberg ĂŒber JĂ€mlitz (heute Teil der beiden BundesstraĂen 115 und 156) verlor die alte sĂ€chsisch-schlesische ZollstraĂe ihre Bedeutung und mit ihr die dortige Schenke. Ein neues Wirtshaus wurde daher an der Kreuzung der Chaussee mit der StraĂe von Gablenz nach Zschorno gebaut.
Nachdem die GlashĂŒtte einsturzgefĂ€hrdet war, entschied man sich gegen eine Renovierung und fĂŒr den Bau einer neuen HĂŒtte. Der Grundstein dafĂŒr wurde am 8. Mai 1854 gelegt. Die PĂ€chter konnten sich mit chemischen und pharmazeutischen Apparaten ein groĂes Absatzgebiet erschlieĂen. Im April 1861 brannte das Dach gĂ€nzlich nieder. Es war nicht der erste, jedoch der bislang schwerste Brand. Er wurde zum Anlass genommen, die HĂŒtte in LĂ€nge und Höhe zu erweitern. Auf der Londoner Weltausstellung 1862 erhielten die PĂ€chter, die inzwischen auch zu Hoflieferanten ernannt waren, die Medaille honoris causa âfĂŒr vortrefflich gearbeitete chemische und pharmazeutische Apparateâ.
Bei der 1866 durchgefĂŒhrten Separation kam der Gedanke auf, das FöhrenflieĂ, das die Grenze zwischen JĂ€mlitz im SĂŒden und Tschernitz und Zschorno im Norden bildete, zu begradigen und somit auch NutzflĂ€che zu gewinnen. Die Kosten des Projekts sowie der Aufwand der Landneuordnung in den bereits separierten Gemeinden Tschernitz und Zschorno standen jedoch in keinem VerhĂ€ltnis zum Nutzen, so dass es nicht zur Bachbegradigung kam.
Die WassermĂŒhle am FöhrenflieĂ, die bereits 1622 in JĂ€mlitz nachweisbar ist, wurde 1893 um einen Dampfbetrieb erweitert. Weitere BaumaĂnahmen in dieser Zeit betrafen den Schulbau (1888) und -neubau (1905).
In den 1880er Jahren war in der GlashĂŒtte das Produktionsprogramm vollstĂ€ndig umgestellt worden. Sie produzierte nicht mehr medizinische Apparate, sondern vornehmlich geschliffenes Hohlglas wie Teller, SchĂŒsseln, KrĂŒge, Vasen und WeinglĂ€ser. Ab 1909 wurde das Programm auf einen reicheren Schliff und farbige KunstglĂ€ser ausgerichtet. Der Erste Weltkrieg brachte einen 50-prozentigen AbsatzrĂŒckgang und die Weltwirtschaftskrise sorgte fĂŒr einen Einbruch des Marktes bei speziellen LuxusgĂŒtern wie den hergestellten GlĂ€sern. Hohe Transportkosten sowie Verluste durch eine gestiegene Ausschussquote in den 1930er Jahren sorgten auĂerdem dafĂŒr, dass die HĂŒtte rote Zahlen schrieb. Nach 125 Jahren Glasproduktion schloss die JĂ€mlitzer GlashĂŒtte am 1. August 1939. Die BeschĂ€ftigten konnten in den GlashĂŒtten in WeiĂwasser, Tschernitz und Döbern untergebracht werden.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde JĂ€mlitz zu etwa 80 Prozent wĂ€hrend der Kampfhandlungen nach dem NeiĂeĂŒbertritt der Roten Armee am 16. April 1945 zerstört.
Am 1. Juli 1950 wurde die Zschorno eingemeindet.cite-ref-2[2]
Nach einem knappen Jahr Bauzeit konnte am 4. Juni 1953 die Michaeliskirche in JĂ€mlitz geweiht werden. Die Dorfbewohner spendeten Baumaterial und halfen beim Aufbau, sodass das GebĂ€ude fĂŒr nur 30.000 Ost-Mark verwirklicht werden konnte. Der Bau einer neuen Kirche stellte in der DDR eine Ausnahme dar. Sie wurde 2003 unter Denkmalschutz gestellt und im gleichen Jahr auch saniert.cite-ref-3[3]
Bevölkerungsentwicklung
| Jahr | Einwohner | Einwohner | Einwohner |
|---|---|---|---|
| Jahr | J | Z | G |
| 1782 [ 4 ] | 125 | | |
| 1875 [ 5 ] | 391 | 263 | 654 |
| 1890 | 531 | 228 | 759 |
| 1910 | 482 | 193 | 675 |
| 1925 | 454 | 183 | 637 |
| 1933 | 498 | 175 | 673 |
| 1939 | 466 | 175 | 641 |
| 1946 | 404 | 172 | 576 |
| 1950 | 682 | 682 | 682 |
| 1964 | 626 | 626 | 626 |
| 1971 | 591 | 591 | 591 |
| 1981 | 441 | 441 | 441 |
| 1989 | 407 | 407 | 407 |
| 1990 | 392 | 392 | 392 |
| 1993 | 381 | 381 | 381 |
| 2000 | 417 | 417 | 417 |
| 2016 | 357 | 357 | 357 |
| ZeichenerklÀrung: J: JÀmlitz Z: Zschorno G: Gesamtanzahl | ZeichenerklÀrung: J: JÀmlitz Z: Zschorno G: Gesamtanzahl | ZeichenerklÀrung: J: JÀmlitz Z: Zschorno G: Gesamtanzahl | ZeichenerklÀrung: J: JÀmlitz Z: Zschorno G: Gesamtanzahl |
Bereits im Jahr 1555 hatte JĂ€mlitz 15 Wirtschaften. Diese setzten sich 1576 aus acht Bauern, einem Halbbauern und sechs GĂ€rtnern zusammen. Der DreiĂigjĂ€hrige Krieg (1618â1648) hatte fĂŒr die Einwohner verheerende Folgen. Bis 1638 hatte sich die soziale Struktur auf sechs Bauern und neun GĂ€rtner verschlechtert. 1654, sechs Jahre nach Kriegsende, hatte JĂ€mlitz gerade noch zwei Bauern und zwei GĂ€rtner, die restlichen neun Wirtschaften lagen wĂŒst. FĂŒnf Jahre spĂ€ter hat sich die Einwohnerzahl lediglich um je einen Bauern und GĂ€rtner erhöht, die Verschleppung der BestĂ€tigung des Callenbergschen Besitzes taten ihr Ăbriges.
Bis 1699 hat sich die Einwohnerzahl fast erholt, die zwölf Wirtschaften wurden von je vier Bauern, GĂ€rtnern und HĂ€uslern betrieben. Der Bevölkerungsanstieg bis 1782 hĂ€lt sich mit zwei weiteren HĂ€uslern in Grenzen, dann aber wĂ€chst das Dorf rasch, so dass 1816 vier Bauern, vier GĂ€rtner neun BĂŒdner und fĂŒnf HĂ€usler, insgesamt also 22 Wirtschaften verzeichnet werden.
Der Bevölkerungsanstieg setzt sich fort und zwischen 1782 und 1875 verdreifacht sich die Einwohnerzahl von 125 auf 391. Durch weiteres Wachstum erreicht sie 1890 einen Stand von 531, fÀllt danach bis 1925 auf 454 ab. Bis 1933 steigt die Einwohnerzahl noch einmal auf rund 500, fÀllt bis 1939 wieder auf 466 ab.
Da JĂ€mlitz gegen Ende des Zweiten Weltkrieges stark zerstört war, konnten kurz nach Kriegsende kaum FlĂŒchtlinge aufgenommen werden. Die Einwohnerzahl lag sogar unterhalb der von 1939. Diese Lage konnte in den folgenden Jahren verbessert werden, so dass 1950 in JĂ€mlitz und Zschorno mit 682 Einwohnern rund 100 Leute mehr als nach Kriegsende wohnten.
In den folgenden vier Jahrzehnten sank die Bevölkerungszahl allmÀhlich auf unter 400 im Jahr 1990 ab. Ihren vorlÀufigen Bevölkerungstiefststand hat die Gemeinde 1993 mit 381 Einwohnern erreicht. Bis zum Jahr 2000 stieg die Zahl wieder auf 417 an.
Anfang des Jahres 2016 hatte JĂ€mlitz 357 Einwohner.cite-ref-zahlen-daten-7-0[7]
Der Bevölkerungsanstieg im 19. Jahrhundert Ă€nderte auch die ethnische Struktur. War JĂ€mlitz ursprĂŒnglich ein sorbisches Dorf, so ermittelte Muka in den 1880ern einen sorbischen Bevölkerungsanteil von gerade einmal noch 54 % (200 Sorben, 170 Deutsche). In Zschorno waren es gar nur noch 50 Sorben gegenĂŒber 208 Deutschen.cite-ref-muka-8-0[8]
Ortsname
Die relativ spĂ€t einsetzende urkundliche Ăberlieferung lĂ€sst keine eindeutigen SchlĂŒsse ĂŒber die Namensherkunft zu. Mögliche Ableitungen aus dem Altsorbischen sind Jaážżnica âGrubeâ und Jeážżelica âMistelâ. FĂŒr die erste Variante spricht, dass Jamlitz diese Namensherkunft hat. FĂŒr die zweite Variante spricht, dass der sorbische Name Jemjelica daran angelehnt wurde.
Der Gablenzer Pfarrer Peter Friedrich Halke leitete den Namen in seiner Chronik des Kirchspiels vom sorbischen jemolu âBesenpfriem, Hasenkrautâ ab. DafĂŒr sprĂ€che, dass diese gelbblĂŒhende Pflanze in gröĂerer Menge im JĂ€mlitzer Umfeld wĂ€chst.
In Àlteren Texten ist neben JÀmlitz auch die Schreibweise Jemlitz auffindbar.
Verwaltungsgliederung
Durch die preuĂische Verwaltungsreform wurde JĂ€mlitz 1816 dem preuĂisch-brandenburgischen Landkreis Sorau (Lausitz) zugeschlagen, einige Rechte verblieben jedoch noch bis 1827 in Sagan, zu dessen Herrschaft JĂ€mlitz seit 1414 gehörte. Seit 1945 wurde der kleinere Teil des Landkreises westlich der Lausitzer NeiĂe von der vormals kreisfreien Stadt Forst (Lausitz) aus verwaltet. Der sĂŒdliche Teil des Restkreises Sorau wurde 1946 dem umgestalteten Kreis Spremberg zugeschlagen, wodurch JĂ€mlitz an selbigen kam.
In der brandenburgischen Kreisreform von 1993 schlossen sich die Kreise Spremberg, Cottbus-Land, Guben und Forst zum Landkreis Spree-NeiĂe zusammen. In den folgenden Jahren kam es zu einer Reihe von GemeindezusammenschlĂŒssen, so auch zu dem von JĂ€mlitz und Klein DĂŒben am 31. Dezember 2001, aus dem die Gemeinde JĂ€mlitz-Klein DĂŒben hervorging.cite-ref-9[9]
Quellen und weiterfĂŒhrende Verweise
Literatur
âą Adolf Aisch: Geschichte des evangelischen Kirchspiels Gablenz O.-L. Görlitz 1909, S. 88â121 (Digitalisat der SLUB Dresden).
âą Hermann Graf von Arnim, Willi A. Boelcke: Muskau. Standesherrschaft zwischen Spree und NeiĂe. Verlag Ullstein, Frankfurt/M, Berlin, Wien 1978.
âą Bernd-Ingo Friedrich: Historische Briefbeschwerer â Paperweights aus Brandenburg und Sachsen. Hrsg. Elke und Roland Friedrich. Görlitz â Zittau: Verlag Gunter Oettel 2019; Kapitel 5, âZum Beispiel die GlashĂŒtte JĂ€mlitzâ, S. 25â54.
FuĂnoten
cite-note-11. Fakten und Zahlen. In: amt-doebern-land.de. Amt Döbern-Land, abgerufen am 11. August 2021.
cite-note-22. â Gemeinden 1994 und ihre VerĂ€nderungen seit 01.01.1948 in den neuen LĂ€ndern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
cite-note-33. â AndrĂ© Kurtas: Die Michaeliskirche zu JĂ€mlitz entstand in der DDR, in: Lausitzer Rundschau, 22. Juli 2004.
cite-note-muskau-44. von Arnim, Boelcke: Muskau. S. 600 f
cite-note-statbb-52. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. (PDF; 351 kB) Landkreis Spree-NeiĂe. Landesbetrieb fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, Dezember 2006, abgerufen am 20. Januar 2016.
cite-note-66. â Aisch: Geschichte des evangelischen Kirchspiels Gablenz O.-L., S. 109 f
cite-note-zahlen-daten-77. â Zahlen â Daten â Wissenswertes. Amt Döbern-Land, abgerufen am 19. April 2014 (Ăltere Angaben sind im Internet Archive (Memento vom 22. Januar 2009 im Internet Archive) abrufbar.).
cite-note-muka-88. â Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Landbevölkerung (= Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin â Veröffentlichungen des Instituts fĂŒr Slawistik. Band 4). Akademie-Verlag, Berlin 1954, S. 77â79.
cite-note-99. â StBA: Ănderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
Weblinks
Commons
: JĂ€mlitz
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Informationen ĂŒber JĂ€mlitz beim Amt Döbern-Land
âą 4-teilige Serie von Lutz Stucka in der Lausitzer Rundschau ĂŒber die letzten Kriegstage 1945 in JĂ€mlitz und Bad Muskau:
âą Teil 1: Das MĂ€dchen von der Sell-MĂŒhle
âą Teil 2: Ohne Funkkontakt hinter den feindlichen Linien
âą Teil 3: Den Tod vor Augen
âą Teil 4: Friedrich TĂŒmmels Weg nach dem Krieg
âą JĂ€mlitz in der RBB-Sendung Landschleicher vom 7. Februar 2010